Mittelverwendungskontrolle - Evaluation


Zur ständigen Entwicklungs- und Erfolgskontrolle des Projektes wurden verschiedene Evaluationsverfahren angewandt:


Das Ausbildungskonzept wurde durch die namibischen Stellen Namibia Qualifications Authority (NQA) und der Namibia Training Authority (NTA) evaluiert und anerkannt.


Für die wirtschaftliche Entwicklung des Gesamtprojektes wurden umfangreiche Investitions- und Liquiditätspläne erstellt, deren Einhaltung regelmäßig überprüft wurde.


Für die einzelnen Profitcenter wurden gemeinsam mit dem Personal vor Ort Zielsetzungen definiert und Gewinnbeteiligungsmodelle entwickelt.


Entsandte der bürger:sinn:stiftung besuchten die Farmschule regelmäßig, um vor Ort Einblick in die Fortschritte bei der Umsetzung des Förderkonzeptes zu bekommen und daran mitzuwirken. 

Was (nicht) erreicht wurde

Die qualifizierte zweijährige Berufsausbildung quasi mit Jobgarantie für 180 junge Frauen, die die bürger:sinn:stiftung in Kooperation mit der Helmut-Bleks-Foundation in den Jahren von 2005 bis 2011 ermöglichen konnten, ist ein bleibender Habenposten im Kampf gegen den Teufelskreis der Armut, der noch Jahrzehnte nachwirken wird. Denn diese Frauen haben zu 98% relativ gut bezahlte Arbeitsstellen gefunden und können so die Schul- und Berufsausbildung ihrer Kinder sicherstellen. Damit ist die wesentliche Voraussetzung geschaffen, dass diese ihrerseits einen Arbeitsplatz finden können. Bei einer Arbeitslosenquote von 23% (offizielle Angaben) und mehr bedeutet dies einen erheblichen Startvorteil für die Kinder und Kindeskinder der Schülerinnen von Baumgartsbrunn.

 

Es gelang auch, die sich selbst tragende Buchbinderei mit schwerkriegsbeschädigten einheimischen Arbeitern weiter zu entwickeln und in Betrieb zu halten. So konnte die Existenzgrundlage von drei fleißigen Arbeitern gesichert werden, die auf dem freien Arbeitsmarkt keine Chance hätten.

 

Nach der notwendigen Schließung des Schulbetriebes kam es darauf an, das Dorf mit allen seinen Gebäuden, Infrastruktur und Inventar instand und nutzbar zu halten. Auch das konnte erreicht werden

 

Die administrative Reorganisation des Modellprojekts von Helmut Bleks fand ihren Abschluss darin, dass die deutsche Helmut-Bleks-Stiftung in der bürger:sinn:stiftung aufging, wodurch auch die Verwaltungskosten für das Lebenswerk des Ehepaares Bleks weitestgehend reduziert werden konnten.

 

„Die namibische Helmut-Bleks-Foundation wird – als alleinige Besitzerin der Liegenschaften in Baumgartsbrunn – diese nun verpachten oder auch verkaufen. In beiden Fällen kann und soll der daraus resultierende Ertrag in neue gemeinnützige Projekte in Namibia investiert werden, wenn möglich und sinnvoll in Kooperation mit der hiesigen Stiftung“, so Michael Bleks

 

Nicht erreicht werden konnte das ambitionierte Leitziel dieses Projektes, „… die Berufsschule binnen 5-7 Jahren wirtschaftlich, administrativ und personell von deutscher Hilfe unabhängig zu machen“, dieses beispielhafte Bildungsprojekt mit eigener Wertschöpfung in seinen Bildungswerkstätten zu einem sich selbst tragenden Modellprojekt zu entwickeln.

Und so mussten wir schließlich Konsequenzen ziehen, hatten wir doch „Hilfeleistungen ohne finanzielle und zeitliche Grenze“ schon bei Projektbeginn ausgeschlossen (vgl. Kurzdarstellung des Projektes).

 

Über die Gründe, warum unsere „Hilfe zur Selbsthilfe“ letztlich nicht ihr Ziel erreichte - wie leider so oft in Afrika - ist u.a. in unseren Newslettern häufig und ausführlich berichtet worden.

 

Die bürger:sinn:stiftung steht für ein erneutes Engagement in Namibia zur Verfügung, allerdings erst dann, wenn die dortigen staatlichen Stellen und privaten Organisationen bzw. Kräfte der Zivilgesellschaft ebenfalls personelles, administratives und auch finanzielles Engagement einbringen.

 

 

Dem Verhandlungsführer der Bundesregierung ist bekannt, dass die bürger:sinn:stiftung und die Helmut-Bleks-Foundation bereit sind, die Farmschule Baumgartsbrunn im Rahmen der deutsch-namibischen Versöhnungsprozesses als Leuchtturmprojekt einer langjährigen deutsch- namibischen Zusammenarbeit mit neuem Leben zu füllen.