Förder-Richtlinien

Stand: 03.12.2017


In den ersten zehn Jahren ihrer Tätigkeit konzentrierte die bürger:sinn:stiftung sich auf die Entwicklung und Umsetzung von eigenen Projekten.

Im Jahre 2016 beschloss der Steuerungskreis eine Phase des Moratoriums, in dem die Erfahrungen der intensiven operativen Stiftungsarbeit verarbeitet werden sollen und die Stiftung sich auf die Förderung von anderen gemeinnützigen Initiativen beschränkt.

 

Nachfolgend sind die Voraussetzungen für eine Förderung seitens der bürger:sinn:stiftung dargestellt.


I. Programmatische Orientierung

Förderanträge sollen darstellen und begründen, in welcher Weise das Förderprojekt

1.      dem Leitziel „einer menschenwürdigen, gerechten, friedfertigen, demokratischen und zukunftsfähigen Gesellschaft“ dient und

2.      inwiefern es innovativen oder exemplarischen Charakters ist und den Einsatz von „sozialem Wagniskapital“ rechtfertigt.

Die bürger:sinn:stiftung wird in der Präambel ihrer Satzung als eine Bürgerstiftung mit einem besonderen stiftungspolitischen Profil charakterisiert:

 

„Leitziel: Die Stiftung will wesentliche gesellschaftliche Herausforderungen und Probleme frühzeitig identifizieren sowie exemplarische, wissenschaftlich begründete Lösungsmodelle entwickeln. Sie versteht sich als Forum engagierter Bürger, die den sozialen Fortschritt fördern, geleitet von dem Ziel einer menschenwürdigen, gerechten, friedfertigen, demokratischen und zukunftsfähigen Gesellschaft.

 (…) Anders als Wirtschaftsunternehmen ist sie unabhängig von kurzfristigem wirtschaftlichem Erfolg, anders als politische Parteien unabhängig von raschen Wahlerfolgen, anders als die öffentliche Verwaltung frei von etablierten Strukturen. Als unabhängige Stiftung, die nur sich selbst gehört und sonst niemandem, ist sie besonders geeignet, „soziales Wagniskapital“ für gesellschaftliche Forschungs- und Innovationsvorhaben sowie für exemplarische soziale Projekte zur Verfügung zu stellen.“


II. Tätigkeitsfelder - Förderzwecke

Förderanträge sollen darstellen und belegen, in welcher Weise das Förderprojekt einem der Themenschwerpunkte bzw. Handlungsprinzipien entspricht, die die bürger:sinn:stiftung satzungsgemäß fördert.

Die Anknüpfungspunkte des Förderungsprojektes können in der folgenden heuristischen Matrix markiert werden.


III. Mittel und Verfahren zur umsetzung der stiftungszwecke

Förderanträge sollen darstellen und belegen, inwiefern die Projektplanung die Mittel und Verfahrensprinzipien berücksichtigt, die die bürger:sinn:stiftung bei der Zweckverwirklichung beachtet wissen möchte.

 

Soweit ein Förderprojekt noch programmatische oder methodische Defizite aufweist, kann die Behebung dieser Mängel auch Gegenstand eines Förderungsantrages sein, sofern die zu fördernde Maßnahme den Zielsetzungen und methodologischen Standards der bürger:sinn:stiftung im Übrigen entspricht.

Mittel und Verfahren zur Umsetzung der Stiftungszwecke

Bezüglich der Wahl ihrer Mittel und Verfahrensprinzipien konkretisiert die Stiftung ihre Zweckverwirklichung dahingehend, dass sie

  1. wissenschaftlich begründete Qualitätsstandards für die Tätigkeit und Kontrolle gemeinnütziger Einrichtungen und Projekte entwickelt sowie publiziert und den Bürgern dadurch Orientierungshilfen bei der Entscheidung für ein gemeinnütziges Engagement bietet,
  2. die Arbeit anderer gemeinnütziger Organisationen, soweit diese auf den Gebieten der Stiftung tätig sind, sichtet, analysiert und koordiniert sowie ideelle und materielle Unterstützung gewährt (fördernde Projektarbeit),
  3. professionelle rechtliche, steuerliche und betriebswirtschaftliche Konzepte entwickelt, sodass das gemeinnützige Engagement den bestmöglichen Wirkungsgrad entfalten kann. Stifter, Freunde und Förderer erhalten größtmögliche Unterstützung bei der Verwirklichung ihres sozialen Engagements,
  4. exemplarische, innovative Projekte und Modelle, die den Stiftungszwecken dienen, entwickelt, ausbaut und publiziert (operative Projektarbeit, z.B. Projekte der Entwicklungszusammenarbeit, projektbezogene Forschungs- und Bildungsvorhaben, Modellbetriebe zur praxisnahen ökonomischen Bildung),
  5. relevanten sozialen Einrichtungen und Initiativen Zusammenarbeit anbietet und die Möglichkeiten wechselseitiger Befruchtung aufzeigt,
  6. die Verantwortung der Bürger für gesellschaftliche Entwicklungen verdeutlicht und gemeinnütziges Engagement durch die Versöhnung von eigennützigem und gemeinnützigem Handeln unterstützt; auch die persönlichen Möglichkeiten, Notwendigkeiten und Vorteile von gemeinnützigem Engagement sollen erkennbar und erfahrbar gemacht werden, ohne gegen das Begünstigungsverbot zu verstoßen,
  7. integrative wissenschaftliche Untersuchungen sowie Bildungs- und Ausbildungsgänge initiiert, fördert und realisiert, die der wissenschaftlichen Fundierung und der Multiplikation der Stiftungszwecke dienlich sind,

  8. mit Schülern und Studenten sowie Menschen aller Generationen, gesellschaftlichen Gruppen und Qualifikationen modellhafte Ausbildungs- und Übungsbetriebe (Zweckbetriebe) aufbaut, die der praktischen ökonomischen Bildung unter den realen Bedingungen des Wirtschaftslebens dienen, den Zwecken der Stiftung entsprechen, diese Zwecke ideell und materiell fördern und den Beteiligten wechselseitigen Nutzen bieten (…).“ 

§ 2.3 der Satzung 


IV. Antragsverfahren

Anträge sind grundsätzlich schriftlich einzureichen, wobei die Erstanfrage durchaus knapp gehalten werden kann. Grundsätzlich soll der Umfang des Aufwands für die Antragstellung in einem angemessenen Verhältnis zur Komplexität des Förderprojektes und zur Höhe der beantragten Fördersumme stehen.

 

Anträge sollen mindestens folgende Angaben enthalten:

1.      Ziel der Maßnahme

2.      Mittel und Methoden der Umsetzung

3.      Bezug zur stiftungspolitischen Programmatik und Methodik der bürger:sinn:stiftung

4.      Vorhandene/benötigte Kompetenzen/Ressourcen

5.      Investitions- und ggf. Liquiditätsplanung

6.      Kriterien und Methoden der Erfolgskontrolle

7.      Umsetzungsfahrplan

8.      Informationen zum Antragsteller (Qualifikation, Erfahrung, Gemeinnützigkeitsnachweis)

9.      Ggf. vorhandene Materialien, Publikationen a) zum Projekt, b) zum Antragsteller

10.    Angaben zu anderen Unterstützern.

 

Sollte eine Förderung der bürger:sinn:stiftung infrage kommen, so werden die Antragsteller ggf. um eine Kooperationsvereinbarung gebeten, die auch eine Berichterstattung über den Verlauf der geförderten Maßnahme sowie Methoden der Mittelverwendungskontrolle zum Gegenstand hat.

Art und Umfang der Berichtspflichten richten sich nach Art und Umfang der Förderung.